Schlafparalyse und außergewöhnliche Erfahrungen - eine Pilotstudie

Die Schlafparalyse (SP – auch Schlaflähmung oder Schlafstarre) ist ein psychophysiologisches Geschehen, welches beim Einschlafen oder beim Aufwachen erlebt werden kann. In der schlafmedizinischen Terminologie zählt es zu den Parasomnien. SP kann ein Symptom einer Narkolepsie-Erkrankung sein, es kann jedoch auch monosymptomatisch als isolierte SP (kurz ISP) vorliegen. Betroffene befinden sich im Wachzustand, sind aber einer Lähmung unterworfen, die den gesamten Körper mit Ausnahme der Augen-, Ohr- und Atemmuskulatur betrifft. Zusätzlich dazu stellen sich häufig ungewöhnliche Erlebnisse ein. Beispiele dafür wären starke Angstgefühle, die Wahrnehmung einer Präsenz von bösartigen Wesen im Zimmer oder sonstige Halluzinationserfahrungen in verschiedenen Sinnesmodalitäten (Brummen, Summen, Stimmen, Schritte, Schwebegefühl, Lichter, bis hin zur detaillierten, visuellen Wahrnehmung von Personen, Geisterwesen oder Außerirdischen). Die Lähmung dauert meist nur wenige Sekunden bis Minuten an, es gibt jedoch auch Berichte von länger andauernden Erfahrungen. Von einigen Personen wird die SP sogar als Methode verwendet, um als positiv erlebte Erfahrungen wie z.B. luzide Träume und außerkörperliche Erfahrungen (AKE) herbeizuführen.

Obwohl Schlafparalyse ein interkulturelles und durchaus häufig auftretendes Phänomen darstellt, gibt es bislang verhältnismäßig wenige Informationen zu dessen Verbreitung, zum Umgang mit den damit verknüpften außergewöhnlichen Erfahrungen, aber auch zu dessen klinischer Relevanz in Deutschland. Im Rahmen der Pilotstudie soll zunächst eine umfassende Literatursichtung vorgenommen werden. Weiterhin soll eine Online-Umfrage an deutsche Schlaflabore gerichtet werden, um ein Bild von dessen Relevanz im Kontext der klinischen Behandlung von Parasomnien zu gewinnen. Darüber hinaus ist geplant, eine Befragung von Betroffenen bezüglich der Deutung und der biografischen Integration von damit zusammenhängenden außergewöhnlichen Erfahrungen sowie den Ängsten vor bzw. Gefahren durch soziale Stigmatisierung durchzuführen.

Projektleiter: Dr. Gerhard Mayer

Externer Kooperator: Max Fuhrmann

© 2007 IGPP  (impressum) Stand:10.09.2015