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Vorwort der Herausgeber

Bei der vorliegenden Audio-Box "Okkulte Stimmen - Mediale Musik, The Recordings of unseen Intelligences,1905 - 2007" handelt es sich vermutlich um die erste umfassende Veröffentlichung von Tondokumenten behaupteter paranormaler Phänomene. Die Sammlung besteht aus drei CDs: die erste enthält Beispiele von Trancereden, direkter Stimme und Hellsehen; die zweite Aufnahmen von Xenoglossie und Glossolalie, darunter ethnologisches Material, und die dritte präsentiert mediale Musik, Klopflaute ("Rappings") und andere Spuk-Manifestationen sowie die so genannten "Electronic Voice Phenomena", hierzulande als "Tonbandstimmen" bekannt.

Bei der Auswahl der Aufnahmen ging es nicht nicht so sehr um die Frage, ob Ereignisse dieser Art wahr oder manipuliert, Illusion oder Täuschung, ob sie übersinnlich-jenseitig oder einfach nur menschlicher Natur sind, sondern sie präsentieren sich hier als authentische Dokumente in ihrer atmosphärischen Eigenart und Dichte. Ziel war es, in einem phänomenologischen Überblick die akustische Vielfalt und inhaltliche Breite solcher Phänomene zu demonstrieren.

Die Zusammenstellung wurde maßgeblich durch die Verfügbarkeit oder Seltenheit des Materials bestimmt. Lediglich von den "Tonbandstimmen" existieren eine Fülle von Beispielen; die meisten anderen Dokumente, wie die Aufnahmen mediumistischer Sitzungen vor dem Zweiten Weltkrieg, sind Raritäten. Nur vereinzelt wurden in diesen Jahren Tonaufzeichnungsgeräte zur Kontrolle und Dokumentation von Experimenten eingesetzt (im Gegensatz zum Medium Fotografie). Die hier präsentierten Stücke sind daher unverzichtbar und Höhepunkte dieser Sammlung. Einen besonderen Fall stellen die zahlreich bekannten "medialen" Kompositionen dar, bei denen es sich in der Regel um nachträgliche Einspielungen und nicht um Live-Aufnahmen der aus dem "Jenseits" empfangenen Musik handelt. Die mindere Tonqualität mancher Stücke erklärt sich aus der Flüchtigkeit der zumeist spontan auftretenden Phänomene; professionelle Aufnahmen blieben die Ausnahmen. Hinzu kommt, dass das ältere Material seit seiner Entstehung durch viele Hände ging - mitunter haben sich nur Kopien erhalten, während die Originale verloren sind.

Viele der Tonaufnahmen verschaffen sich mit einer überraschenden Dramatik Gehör - sie repräsentieren das Menschliche im Ausnahmezustand - und: Sie versetzen uns gewissermaßen selbst in den Rang eines Zeugen, vermitteln der Wahrnehmung, was im Dunkel des Séancen-Raumes für die damals Anwesenden im Hineinhorchen, im rein auditiven Erfassen des Geschehens offenbar wurde. Der Hörer kann darüber hinaus feststellen, dass sich der weltfremde Charme dieser Tonspuren, ihre Magie, nicht einfach verliert, sondern beim wiederholten Abspielen vertieft...

© 2007 IGPP  (impressum)
Stand: 27.8.2008