Aktuelles

Neu erschienen:
Redaktionelle Betreuung eines Themenheftes der Zeitschrift für Bewusstseinswissenschaften - Transpersonale Psychologie und Psychotherapie "Forschung" (Liane Hofmann und Dorothee Wienand Kranz)

Gerhard Mayer & Michael Schetsche  (2011). N gleich 1. Methodik und Methodologie anomalistischer Einzelfallstudien. Mit einem Beitrag von Wolfgang Fach
N gleich 1  Einzelfallstudien haben in den Wissenschaften eine lange Tradition, stehen in manchen Disziplinen sogar am Beginn wissenschaftlichen Arbeitens überhaupt. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Anomalistik und ihre Vorläufer. So ist es an der Zeit, sich einmal aus methodologischer Perspektive mit der Bedeutung von Einzelfallstudien im Rahmen der anomalistischen Forschung zu beschäftigen. Der Band gibt anhand ganz unterschiedlicher Untersuchungsfelder (Spuk, UFOs, Kryptozoologie und Kornkreise) einen kritischen Überblick über Forschungsansätze, Methoden und Problemfelder der Einzelfallforschung. Er dokumentiert außerdem die umfangreichen Forschungsberichte zweier methodisch exemplarischer Einzelfallstudien, die im letzten Jahrzehnt am IGPP Freiburg durchgeführt worden sind und hier erstmals öffentlich vorgestellt werden. Im ersten Fall handelt es sich um die Untersuchung einer in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlichen Foto-Anomalie, im zweiten Fall um die Rekonstruktion spukhafter Ereignisse in einem Hotel im Hochschwarzwald. Weitere komprimierte Fallberichte  komplettieren den Band.

Anton, Andreas (2011) Unwirkliche Wirklichkeiten. Zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien


Wie entstehen Verschwörungstheorien? Wie werden sie verbreitet? Und wie wirken sie? Auf diese und ähnliche Fragen antwortet ein neues wissenssoziologisches Modell verschwörungstheoretischen Denkens. Das unterliegende theoretische Konzept wird im Band ausführlich vorgestellt und am Beispiel der verschwörungstheoretischen Deutungen der Ereignisse des 11. September 2001 praxisnah erläutert. In den Blick genommen wird dabei nicht nur das Zusammenspiel zwischen orthodoxen und heterodoxen Überzeugungssystemen, sondern auch der Prozess der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit in modernen Gesellschaften generell.

Ziel des Bandes ist es, mithilfe verschiedener wissenssoziologischer bzw. diskurstheoretischer Ansätze eine theoretisch plausible wie empirisch tragfähige wissenssoziologische Theorie zur Entstehung und Verbreitung sowie zu den Funktions- bzw. Wirkungsweisen von Verschwörungstheorien zu entwickeln. Hierfür wird zunächst aufgezeigt, dass die wenigen wissenschaftlichen Arbeiten, die sich generell mit Verschwörungstheorien beschäftigen, in der Regel wirkungsorientierte deskriptive Ansätze verfolgen und in erster Linie um historisch-politische Einordnungen und Problematisierung bemüht sind. Die vorgelegte Arbeit geht einen anderen Weg: Mittels eines wissenssoziologischen Zugangs werden Verschwörungstheorien als eigenständige Formkategorie sozialen Wissens beschrieben und im Abgleich mit anderen Wissensformen kategorial bestimmt. Zur empirischen Überprüfung werden die theoretischen Setzungen auf die Verschwörungstheorien rund um die Angriffe auf das World Trade Center vom 11. September 2001 angewandt.

Band IX der Reihe Grenzüberschreitungen: René Gründer (2010). Blótgemeinschaften – Eine Religionsethnografie des ‚germanischen Neuheidentums’


Menschen, die sich als "religiöse Heiden" einer Wiederbelebung vorchristlicher Religionen widmen, begeben sich damit in Grenzbereiche des gesellschaftlich Akzeptablen. Vorwürfe von Eskapismus, Irrationalität, Magiegläubigkeit und Rechtsextremismus bestimmen den Diskurs zu "Neuheiden". Über deren tatsächliche Rituale, Gruppenstrukturen und religiösen Sinnwelten ist dabei aber nur wenig bekannt. Als Ergebnis mehrjähriger Feldforschungsarbeit gibt dieses Buch erstmals einen differenzierten, ebenso religions- wie wissenssoziologisch informierten Einblick in die Konstruktionslogik und Funktionalität zeitgenössischer Asatru-Religion.
© 2007 IGPP  (impressum) Stand: 11.1.2012