Neuerscheinungen


Gerade neu erschienen:


Anton, A., (2018). Das Paranormale im Sozialismus. Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR. Berlin: Logos, 20. November 2018, ISBN 978-3-8325-4773-8, 327 Seiten, 44 Euro

Das Paranormale im Sozialismus

Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR

Vor dem Hintergrund der auf dem Marxismus-Leninismus basierenden "wissenschaftlichen Weltanschauung" galten in der DDR alle im weitesten Sinne esoterischen, übersinnlichen, okkulten und alternativ-religiösen Themen als "finsterer Aberglaube" und wurden systematisch bekämpft. Das Ziel war eine Gesellschaft ohne "Irrationalismen".

Doch wie sah die Situation jenseits des offiziellen Umgangs der DDR-Staatsführung mit entsprechenden Themengebieten aus? Welche Rolle spielten Themen wie Gedankenübertragung, Wahrträume, Ahnungen, Spuk-, Geister- und Jenseitserscheinungen, Parapsychologie, Astrologie und Wahrsagepraktiken, Wunderheilungen, Homöopathie oder UFOs im Alltagsleben der DDR-Bürger? War ihnen durch die Etablierung des Sozialismus tatsächlich der Nährboden entzogen, wie es die offizielle Rhetorik verlautbaren ließ, oder existierten sie gleichsam im Untergrund weiter? Diesen und weiteren Fragen zum Umgang der DDR mit "dem Paranormalen" geht die vorliegende soziologisch-historische Studie erstmals in systematischer Weise nach.


Michael Schetsche & Ina Schmied-Knittel (Hrsg); Heterodoxie. Konzepte, Felder, Figuren der Abweichung. Köln: Herbert von Halem Verlag, 1. Februar 2018, ISBN-13: 978-3744511131, 285 Seiten, 29.00 Euro

Heterodoxie

Konzepte, Felder, Figuren der Abweichung

Richtiges versus falsches Wissen, erwünschte und unerwünschte Praxisformen, wahrer und falscher Glaube, wissenschaftlicher Mainstream oder Pseudowissenschaften, Faktenwissen versus alternative Wirklichkeitsbestimmung - eben: Orthodoxie und Heterodoxie. Seit Pierre Bourdieu diese Differenz in die Kultur- und So­zialwissenschaften eingebracht hat, spukt die Vorstellung von heterodoxen Wissensbeständen, Ideen und Deutungen nicht nur durch die So­ziologie. Auch in der Literatur-, Kunst- und Wirtschaftswissenschaft ist das Konzept auf fruchtbaren Boden gefallen. Und in Theologie und Religionswissenschaft war der Begriff - in einem sehr prägenden Verständnis - schon lange vorher heimisch. Gleichwohl ist Hetero­doxie als wissenschaftliche Kategorie bis heute theoretisch seltsam unbestimmt und zumeist auch empirisch ziemlich unkonkret geblieben. Diesem Mangel will der vorliegende Sammel­band abhelfen: 14 Beiträge aus Religionswis­senschaft, Medizingeschichte, Wissenschaftsge­schichte, Ökonomie sowie Wissens- und Kultur­soziologie versuchen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln dem Konzept nicht nur neue theo­retische Schärfe zu verleihen, sondern ihm auch empirisch eine erkennbare Kontur zu geben. Ganz anschaulich geht es dabei beispielsweise um Sektierertum, Forschungsanträge, Aber­glaube, Verschwörungstheorien und Heilkunde.

Mit Beiträgen von: Clemens Albrecht, Andreas Anton, Eva Barlösius, Ulrich Bröckling, Christian, Dries, Klaus Fischer, Fabian Fries, Bernhard Giesen, Florian Heßdörfer, Katrin Hirte, Hubert Knoblauch, Francis Le Maitre, Matthias Leanza Kim-Claude Meyer, Katharina Neef, Michael Schetsche, Alan Schink, Tobias Schlechtriemen, Ina Schmied-Knittel, Bernt Schnettler, Heinz Schott, Sebastian Thieme


Uwe Schellinger (Hrsg.): locus occultus. Heilender, populärer und wissenschaftlicher Okkultismus in Freiburg 1900 bis 1945, Heidelberg u.a.: verlag regionalkultur 2017. 256 S. mit 73 Abb., Broschur. ISBN 978-3-95505-015-3. EUR 16,90.

locus occultus.

Heilender, populärer und wissenschaftlicher Okkultismus in Freiburg 1900 bis 1945

Schon lange bevor Freiburg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Zentrum der wissenschaftlichen Forschungen zur Parapsychologie sowie als Hochburg der Esoterik bekannt wurde, gehörten Okkultismus, Spiritismus und der Glaube an paranormale Phänomene zur Lebenswelt der Breisgau-Hauptstadt. Zwischen 1900 und 1945 boten zahlreiche "Magnetopathen" und sonstige Laienheiler unorthodoxe Gesundheitstherapien an, bekannte Hellseher und Telepathen traten in Erscheinung und wurden experimentell untersucht, die Praxis der Astrologie war populär, Tiere wurden zum Sprechen gebracht und in der Stadt existierten mehrere auf Occulta spezialisierte Verlage und Buchhandlungen. Hervorgegangen aus einer Veranstaltung an der Universität Freiburg beleuchten die Einzelbeiträge dieses Bandes zumeist noch unbekannte Facetten der Freiburger Lokalgeschichte. Der Sammelband liefert damit auch Anregungen für die Spurensuche nach dem Paranormalen in anderen Städten.