Forschungsprojekt: Folgen asymmetrischer Kulturkontakte – futurologische Überlegungen zum Kontakt der Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation

Primäres Ziel des Projekts ist es, die potenziellen Folgen des Kontakts der Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation abzuschätzen. Das Forschungsprojekt nutzt soziologische und sozialpsychologische, kulturhistorische und anthropologische Befunde und bedient sich zu ihrer Zusammenschau futurologischer Methoden (wie etwa der Szenarioanalyse). Ausgangspunkte des Projekts sind einerseits eigene theoretische Überlegungen zur Interspezies-Kommunikation (siehe Schetsche u. a. 2009: „Der maximal Fremde“), andererseits verschiedene historische Studien zu Formen und Folgen des Kontakts zwischen irdischen Kulturen (exemplarisch: Bitterli 1976, 1992 sowie Groh 1997). Das Projekt schließt an eine Reihe früherer Veröffentlichungen zum Thema an, soll dabei aber erstmals systematisch das Wissen über asymmetrische Kulturkontakte auf der Erde in den Blick nehmen und daraus Folgerungen für den hypothetischen Fall der Konfrontation der Menschheit mit einer außerirdischen Intelligenz abzuleiten versuchen. Aus futurologischer Perspektive handelt es sich bei einem solchen Kontakt um ein “Wild Card-Ereignis“ (Steinmüller/Steinmüller 2004), dessen Eintreten zwar als eher unwahrscheinlich gilt, das im Falle des Falles jedoch extrem starke Auswirkungen auf die Entwicklung der gesamten Menschheit zeitigen dürfte – was eine wissenschaftliche fundierte Folgenabschätzung sinnvoll erscheinen lässt.

Den interdisziplinären Arbeitskontext des Projekts liefert das Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz.

Projektleiter/Bearbeiter: Prof. (apl.) Dr. Michael Schetsche

Mitarbeiter: Andreas Anton M.A.

Ausgewählte ältere Publikationen zum Thema:

Schetsche, M. (2003). SETI und die Folgen. Futurologische Betrachtungen zur Konfrontation der Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation. Telepolis (Netzmagazin), http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15651/1.html (25.9.2003).

Schetsche, M. (2005). Zur Prognostizierbarkeit der Folgen außergewöhnlicher Ereignisse. In: R. Hitzler & M. Pfadenhauer (Hrsg.), Gegenwärtige Zukünfte. Interpretative Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Diagnose und Prognose (S. 55–71). Wiesbaden: VS - Verlag für Sozialwissenschaften.

Schetsche, M. (2008). Auge in Auge mit dem maximal Fremden? Kontaktszenarien aus soziologischer Sicht. In: M. Schetsche & M. Engelbrecht (Hrsg.), Von Menschen und Außerirdischen. Transterrestrische Begegnungen im Spiegel der Kulturwissenschaft (S. 227–253). Bielefeld: transcript.

Schetsche, M.; Gründer, R., Mayer, G. & Schmied-Knittel, I. (2009). Der maximal Fremde. Überlegungen zu einer transhumanen Handlungstheorie. Berliner Journal für Soziologie 19 (3), S. 469–491.

Michael T. Schetsche (2010). Encounters among the stars – exosociological considerations. In: U. Landfester u.a. (Hrsg.), Humans in Outer Space – Interdisciplinary Perspective (S. 102–114). New York: Springer.

Schetsche M., Anton, A. (2014). Im Spiegelkabinett. Anthropozentrische Fallstricke beim Nachdenken über die Kommunikation mit Außerirdischen. In: M. Schetsche (Hrsg.), Interspezies-Kommunikation. Voraussetzungen und Grenzen (S. 125–150). Berlin: Logos-Verlag.

Aktuelle Publikationen:

Anton, A. & Schetsche, M. (2015). Anthropozentrische Transterrestrik. Zur Kritik naturwissenschaftlich orientierter SETI-Programme. Zeitschrift für Anomalistik 15 (1–2), S. 21–46.

Andreas Anton, Michael Schetsche (2016). Wenn die Außerirdischen kämen. In: D. B. Herrmann & V. Mueller (Hrsg.), Die Evolution des Kosmos. Fakten – Vermutungen – Rätsel (S. 91–116). Neu-Isenburg: Angelika Lenz Verlag.

Ausgangsthesen des Projekts

© 2007 IGPP  (impressum) Stand: 25.4.2017